Advent 2017: Jahresrückblick 10 Jahre Pila

Nach einem ausserordentlich schönen und trockenen Jahr ist wieder absolute Stille am Ort eingekehrt. Das Laub ist gefallen und eine der Jahreszeit entsprechende Transparenz und Klarheit dominiert die Gegend.

Am 1. November hat unser zehntes Jahr hier in Pila begonnen. Die Erfahrung zeigt, dass der Ort tatsächlich das Potenzial hat, Distanz zu Themen und Aufgaben zu schaffen, welche unsere Gäste in der Regel sonst im Alltag beschäftigen. Schon oft durften wir erleben, dass sie sich aus Distanz bewusstwurden, was sie eigentlich tagtäglich grossartiges leisten oder aber auch, dass sie Änderungen in ihrem Alltag bewirken möchten. Jedenfalls lösen solche Bewegungen oft Lust und Freude aus, welche sich scheinbar mit dem Satz decken, den wir dazumal dem Projekt gaben, nämlich: «Portapila, Ort für erneuerbare Lebensfreude». 

Ist es nicht, diese «Lust auf persönliche Veränderung», die sich letztlich aufbauender auf das Weltgeschehen auswirken kann als die sich gebetsmühlenartig drehenden Diskussionen, was daran alles nicht optimal läuft … ? Ist es nicht die grösste – stille Revolution – wenn wir Menschen uns gegenseitig animieren und motivieren, unsere Einzigartigkeiten zu entdecken und diese auch zu leben? Ist es solche «Verwandlung», die so manche Gäste hier erleben? Dieses «In- Sich- Kehren»? Jedes derartige Gelingen hinterlässt eine Spur, eine Kraft auch für den Ort.


Doch es gibt sie auch, die ganz handfesten, äusserlichen, sichtbaren Veränderungen! So durften wir im Frühsommer eine ganze Schulklasse von angehenden «Gartenbauern» empfangen, die hochmotiviert eine unserer zerfallenden Steinmauer sanierten! Für sie eine Gelegenheit, dieses Handwerk des Trockenmauerns unter mitgebrachter, kundiger Leitung zu erlernen; für Portapila ein Substanzerhalt.

schulklasse gartenbauer portapila

 

Ein Franziskanermönch weilte hier in den Ferien. Mit ihm kam es zu einer angeregten, heiteren Begegnung mit unseren Freunden eines Ashrams auf der gegenüberliegenden Talseite. Sind es nicht oft gerade «die Anderen», die uns inspirieren und Schwung ins Leben bringen können?

franziskanermoenche portapila

 

Auch dieses Jahr wurde Brigitt’s Textilatelier wieder eifrig benützt und die darin entstandenen Webereien breiten sich stetig aus :-).

textilatelier portapila

 

Mich, Reinhard, freut die wachsende Zusammenarbeit mit dem «Campo Rasa» ganz besonders! Meine Herzensanliegen, mich wieder vermehrt plastisch- künstlerisch zu betätigen, rückt mit diesem Vorhaben ein gutes Stück näher… http://www.camporasa.ch/rasa-news/spazio-creativo-rasa/

schreinerwerkstatt portapila

 

Prägend für jeden Aufenthalt in Pila sind wohl für alle die Erlebnisse mit und um die Seilbahn …. . Ja- diese gehört zu einem existentiellen «Lebensnerv» des Ortes! Wie bangten wir Ansässigen doch alle, als es zur Abstimmung über das Weiterbestehen derjenigen ging … ! Umso mehr konnten wir aufatmen, als sich der Gemeinderat einstimmig hinter den Neubau der Bahn stellte :-). Diesen erwarten wir in zwei bis drei Jahren.

seilbahn portapila ohne sonne

 

Wir wünschen gute Einkehr ins ureigene Wesentliche und erfreuen uns an der entsprechenden Artenvielfalt.

Herzlich aus Pila, Reinhard und Brigitte Külling